Mittwoch, 26. Juli 2017

Buttermilchbrötchen - total einfach

Da hat mich mitten in der Nacht der Erfindergeist gepackt. Meine Frau hatte eine Freundin als Übernachtungsgast und ich habe aus dem Anlass auch in der Woche mal ein etwas größeres Büffet gemacht, weil ich Gästen gerne etwas ordentliches zu essen serviere. 



Zutaten:

500 Gramm Mehl
300 Milliliter Buttermilch
1 Teelöffel Salz
2 Esslöffel Pflanzenöl
1/2 Würfel Hefe (frisch)
50 Milliliter Wasser zum Auflösen der Hefe
1 Prise Zucker zum Anfeuern der Hefe
Mehl zum Arbeiten
Wasser zum Bestreichen vor dem Backen

Ordinäre Pizzabrötchen habe ich schon in verschiedenen Variationen im Blog, deswegen wollte ich mal etwas neues ausprobieren. Die Idee hinter dem Rezept ist eine feine Säure, wie bei gereiftem Teig, oder wie bei Sauerteig. Deswegen habe ich die Flüssigkeitsmenge Wasser, die ich normal verwenden würde, eins zu eins durch Buttermilch ersetzt.


500 Gramm Mehl


1 Teelöffel Salz



Einen halben Esslöffel Hefe in 50 Milliliter warmen Wasser bis maximal 40 Grad Temperatur auflösen. Eine Prise Zucker dazu geben, damit die Hefe besser anfängt zu arbeiten. 


300 Milliliter Buttermilch abmessen.


2 Esslöffel Pflanzenöl in den Teig geben



Öl ist jetzt beim Mehl


Buttermilch in die Schüssel kippen.


Hefe nach 10 bis 15 Minuten dazu geben.


Teig mit einem Esslöffel verrühren


Wenn es nicht mehr weiter geht, den Rest mit der Hand verkneten.


Am Ende soll so eine Teigkugel dabei herauskommen. 


Den Teig abgedeckt mindestens 1 Stunde stehen lassen, aber wie gesagt es war mitten in der Nacht und ich habe den Teig deswegen in einer Gefrierdose im Kühlschrank gelagert


Bämm! Nächster Abend 19 Uhr 15 nach der Arbeit. Der Teig ist kurz davor den Deckel von der Schale zu sprengen. Ist nur nicht passiert, weil ich die Schale so in den Kühlschrank reingefreckt hatte, dass der Deckel nicht mehr hoch konnte. 


Arbeitsfläche bemehlen


Der Plan waren so kleine Brötchen, die man zum Vorspeisenbüffet reichen kann. 


Teig aus der Gefrierdose mit dem Esslöffel abstechen.


Weil mein Ofen nur Unterhitze hat, backe ich wegen der besseren Wärmeverteilung abgedeckt in einem Geflügelbräter. Das soll angeblich auch in moderneren Öfen mit Ober- und Unterhitze zu besseren Ergebnissen führen. Erst einmal lasse ich die rohen Teiglinge noch mal im Bräter eine halbe Stunde aufgehen.  Hier vorher...


... jetzt eine halbes Stunde später schon deutlich aufgegangen. 


Die Buttermilchbrötchen vor dem Backen noch einmal mit Wasser bestreichen. Den Ofen heize ich bei Gas auf Stufe 6 vor, Ihr solltet bei Ober- und Unterhitze 220 Grad nehmen


Ich habe meine Brötchen ingesamt 20 Minuten im Ofen gehabt und den Bräter nach 10 Minuten auf den Kopf gestellt, ohne ihn zu öffnen und so lange auf den Boden geklopft, bis die Brötchen auf die andere Seite gefallen sind, damit sie von beiden Seiten braun werden. So einen Zirkus müsst Ihr natürlich nicht machen, wenn Ihr einen neuen Ofen mit Ober- und Unterhitze habt. Das ist nur für Benutzer von Gasöfen relevant. 


Sehen die gut aus, oder sehen die gut aus? Schöne rustikale Buttermilchbrötchen, von aussen angenehm knusrig und für meine Verhältnisse und den doofen Gasofen auch eine ganz gute Gesichtsfarbe. 



Hier noch mal ein bisschen schöner für Euch in die Abenddämmerung gestellt. 


Der Anschnitt zeigt die schöne gebackene Krume. Geschmacklich sind die Buttermilchbrötchen total Porno. Leichte Säure durch die Buttermilch, angenehme Salznote und dazu toll mit der knusprigen Kruste. 


Ich habe zu den Brötchen extra noch einen Frischkäse mit schwarzen Oliven angerührt, den zeige ich Euch auch noch später.


Das ist ein kleiner Ausschnitt der verschiedenen kleinen Sauereien auf dem Tisch, da gab es allerdings noch mehr. Es gibt also noch mehr zu berichten. Die Brötchen gehen natürlich auch zum Frühstück mit Marmelade, oder zum Grillen, oder wann immer Ihr mal ein schönes Stück Brot braucht, das nicht aus der Fabrik kommen soll und einfach nur gut schmeckt. 


Ich wünsche viel Spaß beim Nachbacken und einen guten Appetit. 


Dienstag, 25. Juli 2017

Auberginen mit Granatapfelkernen und Walnusscreme

Ich habe vorher noch nie Granatäpfel gekauft, aber am Samstag gab es zwei Stück für einen Euro, da bin ich dann auch mal käuflich und mache verrückte Dinge. Außerdem soll ja laut Kalender Sommer sein und da möchte ich dann auch gerne sommerliche Küche machen, obwohl das Wetter im Moment nicht so richtig mitmacht. 



Zutaten:

2 Auberginen ca. 700 Gramm
Salz zum Entwässern
1 Granatapfel, davon 5 Esslöffel Kerne
100 Gramm Walnüsse
1 Knoblauchzehe
1 Prise Majoran
1 Prise Brotklee
1 Messerspitze Zimt 
Chiliflocken
1/2 Teelöffel Salz für das Dressing
Pfeffer nach Geschmack
1 Schuss Essig
100 Milliliter Wasser
Olivenöl reichlich

Am Sonntag saß ich nun da mit meinem Talent und meinen Granatäpfeln und hatte null Idee, was ich damit anstellen soll. Als erstes habe ich mir mal ein Youtube Video angeschaut, wie man die Kerne unfallfrei aus dem Teil bekommt. 



Ich beschreibe das hier, so gut ich kann. Also erstmal den Granatapfel halbieren


Dann die Granatapfelhälfte rundherum an der Schale massieren, damit sich die Kerne lockern. 


Das konnte ich jetzt nicht richtig fotografieren, weil einem auch als Eltern keine zusätzlichen Arme wachsen. Man muss die Granatapfelhälfte ÜBER die Schüssel halten und mit dem Kochlöffel von oben auf den Granatapfel klopfen. Dann fallen die Kerne von ganz alleine und restlos aus der Granatapfelschale raus. Das ist einfach und geht recht schnell. Wenn es nicht so recht weitergehen will, einfach noch mal die Schale massieren. Daran erkennt man die geübte Ehefrau. 


Von den Granatapfelkernen braucht man später 5 Esslöffel. Das weiß ich deswegen, weil ich immer noch nicht wusste, was ich damit anstelle, auch wenn ich jetzt weiß, wie man sie aus der Frucht bekommt. Ich gehe dann immer zielsicher auf die Seite von Essen und Trinken, weil die nicht solche Schimpansenrezepte haben, wie z.B. Chefkoch, oder Lecker. Da habe ich dann dieses arabisch anmutende Rezept gefunden. 


2 Auberginen in Scheiben schneiden, die ungefähr so dick sind, wie ein kleiner Finger


Die Scheiben auf einem Brett auslegen. 


Auberginenscheiben leicht salzen und 20 Minuten stehen lassen, damit sie entwässern. Es geht das Gerücht, dass Auberginen sonst dazu tendieren bitter zu schmecken. Das kann ich zwar nicht bestätigen, aber wenn ich ein Rezept schon mal nicht selbst entwickel, dann halte ich mich auch an die Regeln.  


In der Zwischenzeit mache ich so eine Art Dressing, mit dem die Auberginen später gefüllt werden. 


1/2 Teelöffel Salz


1 Knoblauchzehe


1 Prise Majoran


1 Messerspitze Zimt, jetzt auch als Löffelspitze


1 Prise Brotklee, auch Bockshornklee genannt.


1 Schuss Essig nach Mütze, gerne auch eine Nummer besser, wie Weißweinessig. 


100 Milliliter Wasser


Jetzt sind alle Zutaten im Mixbecher. 


Jetzt schnell mit dem Pürierstab alle Zutaten zu einer Creme verarbeiten, die in der Wartezeit bis die Auberginen gebraten und abgekühlt sind, auch noch ein wenig anzieht, also dicker wird. 


Nach dem Probieren war ich mir sicher, dass da noch Chiliflocken fehlen, oder Pfeffer.


So das Dressing ist fertig, nun schnell Olivenöl in der Pfanne erhitzen, damit die Auberginen gegart werden können. 


Die Auberginen haben auf dem Brett merklich Flüssigkeit verloren


Ich habe das auf zwei Pfannenladungen verteilt und wenn ich nicht gerade fotografiert habe, einen Deckel über die Pfanne gelegt, damit das Fett nicht so rumspritzt. 


Auf mittlere Hitze runterdrehen, damit die Auberginen zu dunkel werden. 


Die Auberginen bleiben ca 10 bis 12 Minuten in der Pfanne, dann sind sie weich. Man wird dabei auch noch mal Olivenöl nachkippen müssen, damit das nicht so eine trockene Angelegenheit wird. 



Die gebratenen Auberginenscheiben abkühlen lassen. 


Danach werden die Auberginenscheiben mit der Walnusspaste bestrichen. 


Danach zusammenklappen und auf einem möglichst chicen Teller anrichten. 


Dann noch die Granatapfelkerne darüber verstreuen und für das Auge ein bisschen Grünkraut darauf verteilen. 


Farblich finde ich das ganz weit vorne und jetzt muss es nur noch schmecken. 


Meine Kinder waren natürlich wieder mal skeptisch, wie das mit den "Granatenkernen" schmeckt und mochten da nicht so richtig dran. Das seriöse Mitglied der Familienjury (meine Frau), bescheinigte dem Gericht echte Hitqualitäten. 


Das schmeckt schon sehr besonders. Die weichen Auberginen mit der würzigen Creme, die sehr nussig ist und dann der Zimt im Abgang. 


Das schmeckt auf jeden Fall nach Orient und nach Urlaub. Damit kann man eine Vorspeise, oder einen Zwischengang bestreiten. Das ist auch eine schöne Beilage zum Grillen, oder eine ausgefallene Komponente für ein Vorspeisenbüffet. Ich finde es jedenfalls richtig gelungen und habe mich damit selbst überrascht, weil das so normal nicht in meiner Geschmacksmatrix vorkommt.  



Dazu habe ich dann noch ein paar andere Salate gereicht, aber die zeige ich Euch in den kommenden Tagen.


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.