Dienstag, 21. Februar 2017

Hähnchenkroketten - besser als in Holland

Das hatte ich schon ganz lange vor, aber es hat sich irgendwie nie ergeben, selbst Hähnchenkroketten zu machen. Sowas kennt man ja eigentlich nur aus Holland mit 49084349823 Konservierungsmitteln und chemischen Geschmacksstoffen. Das Witzige ist, dass ich für dieses Gericht nicht extra frisch gekocht habe, sondern das Ausgangsmaterial nur durch Mehrmengen abgedeckt habe, die bei vorherigen Mahlzeiten übrig geblieben sind. Man kann sowas sogar planen, mehr Kartoffeln zu kochen und mehr Hähnchen zu bereiten, als man für ein konkretes Essen gerade braucht, mit der Absicht diese Hähnchenkroketten daraus zu zaubern.



Zutaten:

300 Gramm Hähnchenfleisch zum Auslösen, oder Hähnchenbrust zum Braten
1 Kilo Kartoffeln, Salzkartoffeln, oder Pellkartoffeln
Béchamelsoße (anklicken)
Schnittlauch
2 - 3 Liter Pflanzenöl zum Frittieren

Zum Panieren empfohlen:
Mehl
Paniermehl
Eier

Beilage:

Süßsauer Soße anklicken
Krautsalat mit Limette (anklicken)


Hier führen mehrere Wege nach Rom. Ich hatte noch eine Hähnchenkeule, weil meine Kinder mich ständig mit dem Essenswunsch Hähnchenkeulen belagern. Ich zeige Sie Euch nicht immer, auch wenn Euch das so vorkommen mag und die nehmen damit auch so überhand, dass ich für meine Frau und mich, häufig auch etwas anderes koche, nur damit die Kinder zu Ihrem Wunschessen kommen. 


Ausgelöstes und zerkleinertes Hähnchenfleisch


Das Hähnchenbrustfilet ist noch von meinem Loué Huhn und kommt aus der Hühnerbrühe vom Loué Huhn. Wenn Ihr keine Reste irgendeines Huhns zu verarbeiten habt, könnt ihr Euch natürlich auch frische Hähnchenbrust anbraten und sie dann hinterher in den Kroketten verarbeiten. 


Das Fleisch von der Keule und das Hähnchenbrustfilet in kleine Stücke, beziehungsweise Würfel schneiden.


Fleisch in eine Schüssel geben


Die Kartoffeln werden so bearbeitet, als wenn man Kartoffelpüree machen möchte. Dafür kann man einen Kartoffelstampfer nehmen, oder eine Kartoffelpresse.


Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, was es am Vortag gab, aber ich habe gleich ein Kilo mehr Kartoffeln gekocht, weil ich für mein überschüssiges Hähnchenfleisch die Hähnchenkroketten als Verwendungszweck ausgemacht hatte. 


Salzkartoffeln, oder Pellkartoffeln durch die Presse drücken


Hier kommt wieder meine Béchamelsoße zum Einsatz. Die soll dem Kartoffelteig Bindung verleihen und natürlich auch Geschmack. 


Béchamelsoße zu den Kartoffeln und Hänchenwürfeln geben.


Schnittlauch und / oder Petersilie für den guten Geschmack



Den Kartoffelteig am besten mit der Hand verkneten und danach mit Salz und Pfeffer abschmecken, falls Euch geschmacklich noch etwas fehlt.


Wenn Euch der Teig zu feucht erscheint, aber sehr klebrig an den Händen ist, noch ein wenig Mehl unterkneten, bis der Teig nicht mehr so klebrig ist. Das hängt auch von der verwendeten Kartoffelsorte ab.


Der Esslöffel ist mein Maß, zum Abstechen des Teiges, um immer ungefähr die gleiche Menge pro Krokette zu haben.


Das Paniermehl habe ich selbst aus altem Brot gerieben, bzw. Margarete hat es selbst gerieben. Dazu habe ich auch noch eine Bilderserie, aber noch nicht geschafft, das zu verbloggen. 


An dieser Stelle ein Verbesserungsvorschlag in eigener Sache. Ich habe ganz todesmutig einfach nur die Kroketten stumpf mit meinem Paniermehl paniert und habe in diesem Fall mein drei Teller System nicht benutzt. Falls Ihr das nachmachen möchtet, tut Euch selbst den Gefallen und nutzt das drei Teller System zum Panieren. Die Kroketten erst in Mehl wälzen, dann durch verquirltes Ei ziehen und erst danach mit dem Paniermehl panieren. 


Dann haftet das Paniermehl besser beim Frittieren. Ich habe mir glücklicherweise gerade beim Vietnamesen so ein Frittiersieb geholt, mit dem ich die ganze Zeit die abgefallenen Semmelbrösel aus dem Frittierfett fischen konnte, aber das kann man sich auch ersparen, wenn man es an dieser Stelle gleich richtig macht. Das Fritierfett dankt es einem auch. 


Das war echt nicht lustig, da schneller das Zeug raus zu angeln, bevor es schwarz wird.


Also nochmal zum Mitschreiben, erst in Mehl wenden, Dann durch verquirltes Ei ziehen und erst danach mit Paniermehl panieren.


Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie lange die Kroketten im Fett bleiben müssen, mache ich immer erstmal ein Probestück. Danach weiß ich, ob ich noch irgendwas ändern muss, oder ob man so weiter arbeiten kann. Das hat auch den großen Vorteil, dass man nicht ein paar Kroketten sinnlos vergeudet, weil das Fett noch nicht heiß genug ist (Panierung fällt dann ab), oder zu heiß (wird dann zu schnell dunkel). 


Die vermeintlich optimale Temperatur ermittelt man mit einem Gegenstand aus Holz. Den muss man ins Fett halten und wenn daran sprudelnd Blasen aufsteigen, ist die Temperatur gut. 


Hier teste ich gerade meine Probekrokette


Ich habe 5 Minuten im Fett gebraucht, aber wie gesagt, das kommt immer auf die Temperatur an und die wird bei jedem anders sein. Es können bei Euch auch drei Minuten, oder eben sieben Minuten sein. Deswegen macht man das Probestück.


Man kann die Hähnchenkroketten auch doppelt frittieren. Dann frittiert man sie vor, sprich die sind dann noch so blass, dass sie nicht servierfertig sind, aber schon mal vorbereitet. Dann muss man sich vor dem Servieren nur noch einmal in das heiße Fett werden und kann dann zeitgleich auch größere Mengen servierfertig machen.


Ich wollte die Hähnchenkroketten eigentlich für das Abendessen haben, aber meiner Frau knurrte am frühen Nachmittag schon wieder der Magen und das war es dann auch schon wieder mit meinen Plänen, weil ich 26 Stück hatte, minus die Probestücke und die Anzahl durch die Leute am Tisch mit vier angedacht hatte und Mutti JETZT aber mal richtig satt werden wollte. 


Bitte gerne die Dame, einmal Hähnchenkroketten an Krautsalat mit Limette und süßsauer Soße und nehmen sie gerne hemmungslos Nachschlag. Ich koche auch gerne mehrfach am Tag . 


War auch nicht weiter schlimm, weil die Kinder sich später alle einig waren, dass die Hähnchenkroketten total scheiße schmecken. Ist ja auch nix, wenn irgendwas fein gewürzt und mit Liebe paniert, frisch ausgebacken mit selbst gemachtem Paniermehl, einem leckeren Krautsalat und einer selbst gemachten Soße auf dem Tisch steht. 


Vielleicht sollte ich es einfach in eine Pappschachtel stecken und für jeden noch ein komplett nutzloses Spielzeug dazu legen, damit es gefällt? ALTER!


Hier noch ein Blick in die Hähnenkroketten


Wenn ich mir den Schrott aus der Kühltruhe anschaue, dann bin ich damit sehr zufrieden und kann Euch versichern, dass die Hähnchenkroketten echt richtig lecker sind. Man braucht dafür lediglich eine gewisse kulinarische Reife, um sie zu mögen. 


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.



Montag, 20. Februar 2017

Krautsalat mit Limette - total spritzig

Weiß jemand eigentlich wieso ausgerechnet wir Deutschen auf der halben Welt als Krautfresser verschrien sind? Ich war in einem russischen Supermarkt, da steht alles mögliche aus Weiß- und Rotkohl, die Chinesen essen Kohl, die Koreaner machen Kimchi, der Ostblock krautwickelt bis ans Schwarze Meer, die Türken haben auch sauren Kohl. An mich haben sie jedenfalls nicht gedacht, als der Titel Krautfresser verteilt wurde. Das ist für mich Eisbein mit Sauerkraut, oder sowas tot gekochtes. Ich bin eher so der knackige Kohltyp und jetzt wo die anderen Gemüse gerade ziemlich teuer sind, hole ich mir da meine Vitamine, ohne zu meckern dass das, was es im Moment eigentlich nicht gar nicht geben würde, so teuer ist.


Zutaten:

Weißkohl
1 Möhre
Schnittlauch nach Geschmack
2 Limetten
Pflanzenöl
Salz
Pfeffer
Zucker


Ich überlege gerade wann ich meinen ersten Krautsalat gemacht habe und denke es wird knapp 20 Jahre her sein, vielleicht 1999, oder 2000. Meine Mutter konsultierte Ihr Kochbuch von 1957 und da wurde der Weißkohl noch großartig in heißem Wasser blanchiert und sie war felsenfest der Meinung, dass man das tun muss, damit der Kohl bekömmlicher wird. Kann man machen, um immer mal eine andere Zubereitungsweise zu haben, aber ich mag Krautsalat am liebsten, wenn er einfach nur knackfrisch und nicht mit Wärme in Berührung gekommen ist. Mehr Vitamine wird er so auch haben, als wenn man den vorher noch blanchiert.


Einfach nur mit einem ordentlichen Messer zerteilen


Größe vorschneiden


Nach Geschmack, dünne Streifen vom Kohl abschneiden


Wer sich gefragt hat, was ich da für ein tolles neues Messer verwende? Das ist ein Edition 7 Kochmesser von diePfanne.com. Wer so wie ich immer mit ganz spartanischem Equipment unterwegs gewesen ist, wird das wie einen Quantensprung empfinden. Liegt toll in der Hand, schneidet wie verrückt und macht einen automatisch zu einem besseren Koch, ohne dass man etwas dazu lernen müsste. 


So ein Berg Weißkraut geht damit jedenfalls gut von der Hand.


Weißkraut in einer Salatschüssel lagern.


Eine Möhre mit der Reibe zerkleinern


Die Möhre auch zum Weißkraut in die Schüssel geben.


Mir stand der Sinn nach einem richtig frischem Dressing. Essig ist ja an sich nicht unfrisch im Daherkommen, aber eben ein Gärungsprodukt und somit schon ein bisschen länger unterwegs. Deswegen fiel meine Wahl auf den frischen Saft zweier Limetten. Einfach halbieren und entweder mit einer Zitruspresse entsaften, oder mit bloßen Händen über dem Salat ausdrücken (icke). Dann noch einen reichlichen Hieb neutrales Pflanzenöl, wie Rapsöl, damit der Körper auch einen Weg findet, die Vitamine aus dem Salat aufzunehmen.


Salz, Pfeffer, Zucker nach Geschmack. Ich bin bei anteilig mehr Salz und Pfeffer und eher weniger Zucker, aber ich weiß dass viele Ihren Krautsalat gerne mit einer süßen Note mögen.


Noch ein bisschen Schnittlauch für die Optik und den frischen Eindruck. 


Den Krautsalat mit Limette habe ich mehrfach verwendet. Zu meinem Schweinefilet mit Zigeunersoße und knusprigen Bratkartoffeln und mit einem Tag Zeit zum Marinieren...


... zu meinen Hähnchenkroketten (Rezept kommt). Ganz frisch knackt er natürlich noch mehr. Nach einem Geschmack ist der Geschmack dafür noch mehr in das Kraut eingezogen. Ich finde beides o.k. Wenn ich die Wahl habe, nehme ich den ganz frischen. 



Total lecker und gesund und deswegen sehr zu empfehlen. Ich wünsche viel Spaß beim Nachschnippeln und einen guten Appetit.