Mittwoch, 29. März 2017

Käsesalat mit Weintrauben und Walnüssen - Retro Style

Das ist richtig retro, denn ich habe den Salat für die Jetztzeit adaptiert und er kommt aus dem Kochbuch "ich koche für Dich" von Margarete Kalle, bei dem die Ursprünge noch nicht so ganz klar sind, ob es aus den fünfziger, oder sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts stammt. Ganz knappe Rezepte ohne Bilder, bei denen eine Menge Platz für Phantasie bleibt. Ich schicke schon mal vorweg, dass der Salat richtig gut schmeckt und viel leichter wirkt, als er tatsächlich ist. 



Zutaten:

250 Gramm Käse
200 Gramm Weintrauben ohne Kerne
100 Gramm Walnüsse
frische Petersilie
optional Rucola zum Anrichten.

Mayonnaise selbst gemacht:

200 Milliliter Öl
1 Eigelb
1 Esslöffel Essig
1 Spritzer Zitrone / Limette
Salz
Pfeffer

Zucker



Den Käse habe ich beim Mix Markt gekauft. Die Schrift war kyrillisch, keine Ahnung wie der heißt, aber geschmacklich war er so zwischen Gouda und Butterkäse und hatte 45 % Fettgehalt. Dafür könnt Ihr wirklich jeden Käse nehmen der Euch schmeckt, auch Edamer, Leerdamer, Maasdamer, oder, oder. Mit dem Rezept schmeckt wirklich jeder Käse. 


Der Käse soll in Würfel geschnitten werden


Das geht leichter, wenn man den Käse aus dem Kühlschrank nimmt und der dementsprechend kalt ist.


Habe ich schon mein Angebermesser Edition 7 von diePfanne.com gezeigt?


Damit macht schneiden gleich noch mal so viel Spaß.


Käsewürfel in eine Salatschüssel legen.


100 Gramm Walnusskerne


Die habe ich auch mit dem Messer ein wenig zerkleinert.


Die Walnüsse kommen auch in die Schüssel


200 Gramm Weintrauben ohne Kerne, Farbe egal


Weintrauben halbieren


Die festen Zutaten sind jetzt in der Schüssel, nun kommen wir zur Mayonnaise. Ich weiß nicht, ob es sich schon herumgesprochen hat, aber mein ESGE Zauberstab hat letzten Sonntag mitten beim Nudelsoße zerkleinern den Geist aufgegeben und ist zur Garantie eingeschickt. Ich muss mich jetzt wieder mit meinem LIDL Rührgerät rumquälen, das zwar 650 Watt hat, aber eine total lahme Sau ist. Nachdem ich mich jetzt über ein Jahr mit dem Zauberstab vor vielen lästigen Dingen gedrückt habe, musste ich mal wieder so richtig "zu Fuß" ran und Majonnaise konventionell mit dem Rührer ohne 19000 Umdrehungen pro Minute schlagen. Mutter Kalle sah dafür Mayonnaise aus dem Glas oder aus der Tube vor, aber natürlich nicht bei mir. 


Ich war selbst gespannt, ob das noch funktioniert, weil mir die früher auch nicht immer im ersten Versuch gelungen ist. Eigelb in den Mixbecher geben.


Jeweils eine Prise Salz, Pfeffer und Zucker dazu geben. 


Einen Esslöffel Essig und einen Spritzer Zitrone oder Limette in den Mixbecher kippen. Dann mit dem Rührgerät das Eigelb schaumig schlagen. 


Wenn das Eigelb schaumig ist, immer einen dünnen Strahl Pflanzenöl unter ständigem Rühren in den Mixbecher geben und dabei immer kräftig den Rührer laufen lassen. Nicht schneller Öl nachkippen, aber die Mayonnaiser emulgieren kann. 


Das dauert natürlich länger als wenn man mit 19000 Umdrehungen arbeitet und mit einem Vollei, aber das war schön zu sehen, dass es jetzt mit der Steinzeitausrüstung noch besser klappt, als vor dem Zauberstab. 


Immer weiter Öl nachlaufen lassen. Wenn man ein gutes Eigelb erwischt hat, kann man bis zu 400 Milliliter Öl damit zum Emulgieren bringen. Mir reichten schon 200 Milliter für den Salat


Ich nehme sonst ja immer Rapsöl und habe dieses Mal Färberdistelöl verwendet. Das kostet statt 99 Cent flotte zwei Euro, aber das ist zu verschmerzen, oder? Angeblich ist das gesünder als Rapsöl. Ich lasse ja nichts aus, um mich noch ein bisschen zu erhalten. 



Mayonnaise steht wie ne eins.


Eine gute Gelegenheit noch einmal zu probieren und gegebenenfalls nachzuwürzen. 


Die Mayonnaise mit den anderen Zutaten vermischen


Die Mayonnaise ist jetzt mit dem Käse, den Walnüssen und den Weintrauben vermischt.


Um noch mehr Frische in den Salat zu bekommen, hacke ich frische Petersilie klein.


Wer nur Schnittlauch hat und den verwendet, fällt auch nicht tot um. 


Petersilie untermischen


Der Salat ist fertig und ich mag den am liebsten frisch mariniert, obwohl Frau Kalle sagt, dass man den ruhig länger ziehen lassen soll. Wer das Dressing flüssiger mag, kann noch einen Schuss Sahne dazu geben, oder Milch, wobei man Kaloriengründe bei dem Setup echt nicht anführen kann, weil die Messe schon lange vorher gelesen ist. 


Irgendwie muss ich Euch den Salat ja adrett andienen, deswegen zeige ich den auf einem Rucolabett. Der geschmack ist echt klasse. Käse, mit dem nussigen der Walnuss, den frischen Trauben und der cremigen Mayonnaise. Dazu einen kühlen, trockenen Weißwein und der Abend ist rund.


Dazu passt ein frisches Baguette, ich habe den Salat aber auch auf Schwarzbrot gegessen und fand es sehr lecker.


Das ist ein typischer Büffetsalat, wenn es Wurst und Käseplatten gibt, oder auch mal so zum Abendbrot, wenn man keine Lust auf Kochen hat, oder wenn die Temperaturen wieder steigen, für ein Picknick. Ich kenne den nicht aus meiner Kindheit und für mich ist der total neu und sehr überraschend. Das hat jedenfalls nichts mit den gekauften Salatscheußlichkeiten aus dem 10 Liter Eimer zu tun, die man auch im Feinkosthandel bekommt, wenn sie einem wieder das Märchen vom gefährlichen Ei vorsingen, als Begründung warum die Mayonnaise fertig genommen und nicht selbst gemacht wird. 


So sexy können Kalorien sein und wie leicht die schmecken. Echt irre!


Ich wünsche viel Spaß beim Nachrühren und einen guten Appetit.


Dienstag, 28. März 2017

Paprika süßsauer geschmort

Letzte Woche hatte ich vom Winter total die Nase voll und so richtig wollte das Wetter noch nicht mitmachen. Da habe ich mir gedacht, ich hole mir jetzt den Frühling einfach auf den Tisch. Der Frühling ist mir aber eher zufällig über den Weg gelaufen, weil ich abends nach meinem Feierabend bei Kaufland war und dort schon das Gemüse runtergezeichnet war. Ich suche immer gezielt nach dem Gemüse, das vom Personal schon aussortiert wurde und da habe ich dann jede Menge Paprika gekauft, die sonst 2,99 pro Kilo kosten und jetzt noch um einen Euro pro Kilo. 



Zutaten:

1 Kilo Paprika
1 Zwiebeln
1 Knoblauch
2 Peperoni optional
1 Teelöffel Meersalz
Pfeffer aus der Mühle

Zucker nach Geschmack
1 Schuss Weinessig
1 Schuss Pflanzenöl
Grünkraut zum Bestreuen, wie Schnittlauch, oder Petersilie

Das sollte man schon einen Abend vorher wissen, dass man den Frühling haben möchte, denn das macht sich zwar von alleine, wenn es im Wok liegt, aber es dauert eben seine Zeit. Deswegen bereitet man das an einem Tag für den nächsten vor, wenn man keine Tagesfreizeit hat, oder extremer Frühaufsteher vor der Arbeit ist. Wer keinen Wok hat, kann auch einen großen Topf nehmen, zu dem es auch einen Deckel gibt. Der Wok hat halt den Vorteil, dass er beschichtet ist und darin so schnell nichts anbrennt. 


Das ist die Abteilung für ganz faule Gestalten. Die Paprika müssen nur abgewaschen werden, sonst nix. Nicht aufschneiden, nicht rumschnippeln


Zwei Mädchenpeperoni (mild), oder auch gerne scharf


1 Teelöffel Meersalz, 1 Esslöffel Zucker, Pfeffer aus der Mühle


Ein ordentlicher Schuss Pflanzenöl, Herd schon mal auf volle Pulle auf der größten Platte stellen.


Einen ebenso ordentlichen Schuss Rotweinessig in den Wok geben.


Zwei Zwiebeln abziehen und zerkleinern.


Einen Freilandknoblauch, oder zwei Knoblauchzehen


Knoblauch kann man vierteln, oder richtig zerkleinern. 


Wenn alle Zutaten im Wok sind, Deckel auf den Wok legen und auf der größten Platte auf ganz kleine Flamme herunter regeln. Nach dreissig Minuten vorsichtig die Paprika umdrehen, ohne sie zu beschädigen


Ich hatte nach einer Stunde das Gefühl, als wenn da immer noch zu viel Wasser in den Schoten wäre und habe dann die Pfanne auf die kleinste Platte auf kleinster Flamme eine Stunde laufen lassen. Da passiert nichts schlimmes im Wok da wird nur das Wasser aus den Paprikaschoten geholt und der Geschmack vorgezaubert. 


Dann den Herd abstellen und bis zum nächsten Tag ruhen lassen. Vor dem Servieren noch ein bisschen Grünkraut darüber verstreuen. 


Das schmeckt total intensiv nach Paprika, lecker süßsauer und die Marinade ist auch ein echter Killer. Ich habe dazu noch einen Stapel anderer Gemüsesauereien serviert und man kann das auch gut im Kühlschrank lagern, nachdem das Gemüse ausgekühlt den Wok verlassen hat. Man kann sich so ein Gemüsebüffet notfalls auch über ein paar Tage zusammen schmoren.  Ich habe das nacheinander gemacht, weil ich wie bekannt, immer erst spät ins Bett gehe. Das läuft so nebenbei und hindert mich nicht am Feierabend.


Wer Paprika roh immer langweilig findet, oder über aufstoßen klagt, sollte die mal so probieren. Weil die wenigsten Leute mit dem Geschmack der grünen Paprika warm werden, habe ich nur gelbe, orangene und rote verarbeitet. Schmeckt traumhaft und dazu passt frisches Weißbrot, oder auch knackige Kartoffeln, oder normales Abendbrot mit Wurst und Käse. In den nächsten Tagen zeige ich Euch noch ein paar Komponenten, mit denen man mit frischen Zutaten und ohne doppelten Rittberger etwas leckeres aus der Küche zaubert. 



Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.