Dienstag, 17. Juni 2014

Ravioli selbst gemacht

Das sollte jeder mal selbst gemacht haben! Ravioli kennt man seit seiner Kindheit. Gerne auch aus der Dose und beim Campen, als Studentenfutter und seit ein paar Jahren auch aus dem Kühlregal. Wie Ravioli wirklich schmecken, weiß höchstwahrscheinlich nur jemand, mit einer italienischen Oma, oder Besucher hochklassiger italienischer Restaurants, wenn sie Glück haben. Um das Resümee dieses Rezepts schon im ersten Absatz vorweg zu nehmen, wenn man seine Ravioli einmal selbst gemacht hat, wird man alles andere als Scharlatanerie wahrnehmen und verschmähen.
 


Man wird sich auch über den Wert des Essens seine Gedanken machen, denn der Materialwert ist gering, steht in keinem Zusammenhang zu der Freude, die man im Mund hat, ABER wenn man die Zeit dagegen rechnet, wird man auf Tellerpreise kommen, bei denen man sich überlegt, ob das noch jemand bezahlen würde, wenn man es verkaufen möchte, um dann im Umkehrschluß zu fragen, was ist in dem Produkt aus der Dose, oder aus dem Kühlregal drin, wenn da sechs Ravioli neunundneunzig Cent kosten, oder eine ganze Dose mit Sauce zwei Euro bei Edeka und die sind nie die billigste Einkaufsquelle? 

 

Man versteht das, was man vor sich auf dem Tisch stehen hat, viel besser, wenn man es mit eigener Kraft und eigenen Gedanken zubereitet hat. Je weiter man sich darauf einlässt, desto mehr erfährt man auch über sich selbst. Seid Ihr bereit zur Selbsterkenntnis? Dann geht es jetzt los, mit den selbst gemachten Ravioli.


Zutatenliste Ravioli für 4 Personen

280 Gramm Nudelmehl
1/2 Teelöffel Salz
3 Eier

Das Rezept ist so berechnet, dass man nicht nur Ravioli isst, sondern auch eine Vorspeise und eine Nachspeise, sowie einen Salat zum Hauptgericht, vielleicht dazu auch noch ein frisches Brot. Ich bin auch davon ausgegangen, dass keine Schwerathleten am Tisch sitzen. Wer sich gerne mal richtig den Bauch vollschlägt, nimmt gleich die doppelte Menge.


Sinnvolles Arbeitsgerät, Ravioli Werkzeug in drei Größen, von Kaufland für € 4,99


Lasst Euch von den Fotos nicht täuschen, ich habe einen großen Teigansatz mit der doppelten Menge gemacht, weil ich sowohl eine vegetarische, als auch eine Fleischversion hergestellt habe, die ich dann auch noch mehrfach, mit kochen, oder einfach nur im Ofen gebacken, unterschiedlich zubereitet habe. Das zeige ich Euch noch später in diesem Blog, um die Vielfalt abbilden zu können, die man aus so einfachem Ausgangsmaterial schaffen kann. Ihr könnt Euch vorstellen, dass das ein komplettes Abendprogramm gewesen ist, aber wenn Ihr zielgerichtet das produziert, was Ihr Euch für den Abend zum Essen vorgenommen habt, dann dauert es nicht lange. Wir hatten jedenfalls einen bunten Samstag Abend mit ganz vielen Probierportionen und vielen Oooohs und Aaaaahs, weil es so lecker war.

Beim Teigansatz mit 280 Gramm Mehl und drei Eiern, zuerst die drei Eier aufschlagen und in eine Schüssel geben.



Dann das Nudelmehl in die Rührschüssel geben



Salz hinzu geben



Erst einmal mit dem Löffel rühren und wenn sich alles halbwegs miteinander verbunden hat,
mit den Händen weiter kneten. 



Ihr habt als Zwischenresultat, einen Klumpen Nudelteig, den ihr in Alufolie, oder Frischhaltefolie ungefähr 30 Minuten in den Kühlschrank legt, damit sich der Teig richtig miteinander verbinden kann. 



Wenn der Teig geruht hat, nehmen wir uns eine saubere Arbeitsfläche und mehlen sie mit Nudelmehl ein. Ich nehme ein großes Holzbrett von Ikea, das ich für diese Zwecke auch sehr empfehlen kann. Ich würde das auch direkt auf meiner Arbeitsfläche der Küche machen, aber meine wohlmeinende Ehefrau, traut meinen Reinigungskünsten wohl nicht so ganz und schenkt mir immer wieder, irgendwelche schlauen Utensilien, um die Sauerei in Grenzen zu halten. Ich glaube, 99 % aller kochenden Frauen wären pikiert, wenn sie von Ihrem Mann irgendwelche Haushaltsutensilien geschenkt bekommen würden. 



Wir schneiden uns dann eine Scheibe vom Nudelteig ab und rollen den mit dem Nudelholz auf dem Holzbrett möglichst flach aus. Je dünner Ihr ausrollt, desto besser schmeckt am Ende das Resultat.



Nun schlägt die große Stunde, unseres neuen Küchenlieblings, der Ausstechform für Ravioli, die ich wie gesagt, in drei verschiedenen Größen im Set gekauft habe.



Man drückt den Ausstecher fest in den Teig und dreht ihn dann leicht vor und zurück, als wenn man einen Wasserhahn auf- oder zudrehen würde und rüttelt noch ein wenig im Teig, wie beim Plätzchen ausstechen zu Weihnachten.



Als Resultat, bekommt man dann eine runde Teigplatte, die man mit einer selbst kreierten Raviolifüllung füllen kann. Die verschiedenen Füllungen stelle ich hier noch ein.



Ich habe die Teigplatten in der Hand gefüllt und anschließend zusammen gelegt. Dabei ist darauf achten, dass man mit der Füllung ziemlich in der Mitte bleibt, damit sie beim Verschließen nicht heraus quillt. Nach dem Füllen, die Teigtasche auf die gezackte Seite des Ausstechers legen. Auf dieser Seite, verfügt er über ein Klappgelenk, mit der man dann Ravioli formen und verschließen kann.



Das ordentliche Verschließen ist deswegen so wichtig, damit der Ravioli Inhalt in den Taschen bleibt und nicht ins Kochwasser gerät. Dann wäre die ganze Mühe umsonst gewesen.



Das Resultat ist eine extrem gut aussehende Teigtasche, die die Vorfreude schon merklich steigen lässt.



Wenn man den Bogen erst einmal raus hat, ist es eine entspannende Tätigkeit, die gut von der Hand geht. 



Für die weitere Verarbeitung hat man alle Optionen offen, ob man die Ravioli im Ofen ausbackt, oder in die Friteuse wirft und leckere, knackige Teigtaschen herstellt



Oder man lässt die Ravioli mit dem Schaumlöffel in kochendes Wasser gleiten und bei herabgeregelter Hitze sieden, bis sie dann in dem Moment fertig sind, wenn sie von allein im Topf nach oben steigen



Egal für welche Art der Zubereitung Ihr Euch entscheidet, es fühlt sich an, als wenn man eine ganze neue kulinarische Tür aufgestossen hat. Nie wieder fertige Ravioli und wie sie alle, nach Größen sortiert heißen, essen zu müssen, fühlt sich höchstwahrscheinlich so an, wie sich andere vorstellen, wie es sein könnte, auf dem Mond spazieren zu gehen. 




Egal ob vegetarisch, mit Fleisch, in Wasser gekocht, im Fett geschwenkt, oder ausgebacken, das ist die Wahrheit auf Eurem Teller



Und egal wie, gibt es auch so eine kulinarische Kostbarkeit nicht ohne einen frischen Salat.


Ihr könnt Euch als Nächstes auf folgende Blogbeiträge einrichten, die ich in diesen Beitrag einflechten werde, aber eben auch als Baukastenbeitrag separat im Blog veröffentlichen werde. Alles was schon farblich unterlegt ist, kann man schon anklicken und lesen und vor allem nachkochen:



Ich hoffe, Ihr freut Euch darauf auch schon, so wie ich.











Kommentare:

  1. Hallo lieber Glatzkoch,
    seit längerem verfolge ich deinen Blog und ich hab auch schon einige deiner Rezepte ausprobiert, immer mit viel Erfolg.
    Gestern habe ich allen Mut gesammelt und mich an die selbstgemachten Ravioli herangewagt. Ich muss sagen, ein größeres Massaker habe ich in meiner Küche noch nie veranstaltet. Dein Rezept ist sehr einfach und nachvollziehbar geschrieben, aber in der Realität hat bei mir niiichts, aber auch nichts hingehauen.
    Vielleicht hast du ein paar Tipps was ich das nächste mal besser machen könnte.
    Das Problem war der Teig, obwohl ich ihn genau nach deinen Vorgaben zubereitet habe. Ich habe die doppelte Menge genommen und die Eier und das Mehl miteinander verrührt, jedoch sah das bei mir alles viel.. klumpiger? aus als bei dir. Nur mit viel Mühe habe ich ihn zu einem zusammenhängenden Stück kneten können. Er war dann auch immer noch sehr klebrig.
    Nach dem Ruhen im Kühlschrank habe ich dann versucht, den Teig auszurollen, welcher aber sehr zäh war und sich immer wieder zusammenzog. Außerdem habe ich schnell gemerkt dass ich ihn ziemlich dick ausrollen muss weil er sonst beim Zusammenklappen gerissen wäre.
    Sicherlich fehlt mir die Übung, aber das war sehr unschön gestern. Vielleicht weißt du ja was ich besser machen könnte!
    Viele Grüße
    Eva

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    1. hallo eva. das tut mir total leid, wenn das so ein fiasko war. du hast den nudelteig nur mit nudelmehl, salz und eiern gemacht, oder? hattest du spezielles nudelmehl? vorausgesetzt du hattest nur mehl, salz und eier in verwendung, dann ist der teig bei 6 eiern recht trocken und man braucht kraft beim ausrollen. ich nehme mir immer teigstücke von der kugel ab, knete sich vor dem ausrollen noch ein bisschen weich und rolle die dann so groß aus, dass ich mit einem glas, oder mit meinen formen, die ravioli ausstechen kann. wenn ich mal keine lust auf so festes kneten habe, nehme ich ein ei mehr. dann ist der teig so feucht, dass man ihn nicht einfach so ausrollen kann und ich mehle das brett auf dem ich ausrollen noch ein bisschen nach und auch den teig von oben, damit der nicht am nudelholz kleben bleibt. im prinzip ist beides nicht schlimm.trocken gleich man mit kraft aus, zu feucht mit ein wenig mehl. am besten vorbei kommen und wir machen das mal zusammen. da freut sich die ganze familie.

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  2. Lieber Glatzkoch,

    Kann man die Ravioli auch dämpfen? Ich mache öfters mal asiatische Teigtaschen, die werden nach dem zusammenklappen kurz angebraten, bis der untere Teil leicht braun ist und dann wird etwa 1cm Wasser eingefüllt, zugedeckt und fertiggedämpft. Allerdings mache ich dafür den Teig nur aus Mehl (ganz normales 0815 griffiges Mehl), Wasser und etwas Salz, macht das dann einen Unterschied?

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