Mittwoch, 18. Oktober 2017

Honigmelone gegrillt

Nachdem meine gegrillte Wassermelone so ein Kracher war, interessierte es mich brennend, ob das auch mit einer Honigmelone funktionieren würde.  Das ist eine super Beilage, oder Vorspeise, der man mit ein paar Gewürzen ganz andere Aspekte entlocken kann, als wenn man die roh und konventionell mal so zwischendurch, oder als Nachtisch essen würde. 



Zutaten:

1 Honigmelone
1 Prise Salz
Currypulver
Butter 
Grünkraut wie Petersilie, Lauchzwiebel


Melone halbieren und Kerne mit dem Esslöffel entfernen


Melone in Scheiben schneiden, mit dem Messer an in sicherer Entfernung zur Schale das Fruchtfleisch ausschneiden


Das kann mal so oft wiederholen, wie die Melone groß ist.



Salz und Currypulver vermischen


Grillpfanne mit Butter ausstreichen und die Melonenstücke in die Grillpfanne legen, wenn die Pfanne so heiß ist, dass es beim Reinlegen zischt. 



Nach drei Minuten umdrehen


Das war's dann auch schon. 



Ich habe die Honigmelone zu Entrecôte vom Kalb gegrillt. Das war quasi sowas wie ein schnelles Abendessen


Hier die gegrillte Honigmelone einzeln und in voller Schönheit, mit schönem Grillmuster, einer Prise Salz-Currymischung und ein bisschen Petersilie. Das ist echt so richtig frisch und lecker. 


Wer die Wassermelone gegrillt verpasst hat, oder wem die geschmeckt hat, sollte hier unbedingt zuschlagen. Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit. 


Dienstag, 17. Oktober 2017

Pizza fritta alla Margherita

Das Rezept hat mein alter Freund Thomas aus Köln an mich heran getragen. Plopp, da geht der Messenger auf und dann ist da ein Link und die kurze und knappe Ansage DIE MUSST DU UNBEDINGT MACHEN. Pizza ist ja eine meiner offensichtlichen Leidenschaften und die Geschichte dahinter ist auch interessant.


Zutaten Teig:

500 Gramm Mehl
250 Milliliter Wasser
1 Teelöffel Salz
90 Milliliter Olivenöl
1/2 Würfel frische Hefe
1 Prise Zucker für die Hefe
1 Liter Pflanzenöl (Rapsöl)

Auflagen:


4 Tomaten
Olivenöl
Salz
Pfeffer
1 Knoblauchzehe
2 Pakete Mozzarella
Grünkraut am besten Oregano, oder Basilikum

So eine Pizza ist ein Armengericht, wie man es in Neapel findet. Dort haben die Pizzabäcker an ihrem freien Tag Pizza verkauft, um ihr karges Gehalt aufzubessern. Das sollte ich vielleicht auch mal am Sonntag machen. Weil sie zuhause natürlich keinen Ofen wie im Restaurant haben, benutzen sie stattdessen Öl zum Ausbacken und belegen erst den fertigen Teig mit Tomaten und Käse. Die Hitze gibt das auch durchaus her und ich habe das Rezept so weit hingebastelt, dass es auch wirklich ohne Ofen funktioniert. In dem  Rezept aus der Zeitschrift Spiegel, stellen sie die Pizza am Ende noch unter den Grill des Backofens, aber dann kann ich die Pizza auch gleich im Ofen backen und spare eine Menge Kalorien ohne frittieren im Öl, wenn ich sie am Ende doch noch in den Ofen stellen würde. Also ganz oder gar nicht! Tulpen, oder Gladiolen, Ente oder Trente.


Beim Teig halte mich mich an das, was immer funktioniert. 500 Gramm Mehl abwiegen


1 Teelöffel Salz



1/2 Würfel Hefe in 250 Milliliter Wasser auflösen, ein Prise Zucker dazu geben.



90 Milliliter Olivenöl


Bevor ich das vergesse, das Wasser darf nicht wärmer als 40 grad sein, sonst ist die Hefe tot. Am besten in Richtung 35 Grad. Wer Zeit und Lust hat, lässt die Hefe 10 bis 15 Minuten gehen.


Wasser zu den anderen Zutaten in die Schüssel gießen und mit dem Löffel verrühren. Den Rest mit der Hand kneten. Keine Sorge der Teig klebt nicht wirklich, ansonsten noch ein bisschen Mehl dazu stäuben. 


Teig ruhen lassen. Wenn man es gut machen will, sollte es eine Stunde sein, noch besser im Kühlschrank übernachten lassen, oder keine Zeit haben und den Teig nach 30 Minuten weiter verarbeiten. Zeit adelt jedes Gericht und Hunger macht schlechte Laune.


Jetzt machen wir schnell die Auflage für die Pizza fritta alla Margherita. Mein Ziel als armer Pizzabäcker aus Italien, der das aus dem Kellerfenster verkauft, ist komplett ohne Ofen aus zu kommen, also sorge ich dafür, dass die Tomaten nicht mehr roh sind 


Tomaten in Stücke schneiden


Salz und Pfeffer aus der Mühle, frischen Knoblauch


Ich habe leider zur Zeit keine Basilikumpflanze auf der Fensterbank stehen, die hat mir Xavier verweht. Deswegen musste ich mir mit Petersilie behelfen.  


Olivenöl in der Pfanne erhitzen


Nicht volle Pulle arbeiten, nur bei geringer bis mittlerer Temperatur erhitzen, damit die Tomaten die Form behalten.  Die sollen nur Flüssigkeit abgeben, um mehr nach sich selbst zu schmecken und so weich sein, als wenn sie mitgebacken worden wären. Eine zweite Herdplatte traue ich Antonio in seiner Buchte noch zu.


Hier kommt meine selbst eingekochte Tomatensoße. Die nehme ich als Soßenbasis zum Bestreichen der Pizza fritta, wenn sie aus dem Fett kommt. Bequeme Naturen sparen sich den Schritt mit den frischen Tomaten und der Tomatensoße und nehmen einfach nur gehackte Dosentomaten, aber hier ist halt Kochen mit dem Glatzkoch, capiche?


So eine selbst eingekochte Tomatensoße ist halt viel geiler, als gekaufte Tomaten aus der Dose. Wer wissen will warum, klickt einfach mal auf das farbig unterlegte Wort.


Die Tomaten sind auf dem Foto schon weich und haben Temperatur. Das ist wichtig, damit der Mozzarella später durch die Temperatur der Zutaten schmilzt


Tomaten warm halten


Vom Teig immer Teigstücke nach Wunschgröße abnehmen. 


Arbeitsfläche bemehlen


Man kann den Teig nun mit dem Nudelholz ausrollen, aber ich habe den Teig nur mit der Hand gezupft. Ausrollen wäre aber auch total o.k.


Einen Liter Pflanzenöl erhitzen, ich habe einfach Rapsöl verwendet. Ich hatte nämlich einen Kindergeburtstag zu beschicken und habe Chickennuggets und Pommes frites für eine Horde vierjähriger gemacht. Angeblich mochte die ganze Bande keine Pizza, da habe ich dieses Experiment außer Konkurrenz laufen lassen. Das Originalrezept für Pizza fritta sagt Olivenöl. Kann man machen, aber das ist auch eine Frage des Preises. Den Pfannenwender in den Wok / Topf stellen und warten bis daran nervös die Blasen aufsteigen. Dann hat das Fett genug Temperatur. 


Hier mal ein Blick auf das Abendessen für die Brut. Hähnchennuggets und Pommes frites, was man mit vier eben so mag...


Teig ins Fett werfen. Insgesamt vier Minuten im Fett lassen und in dieser Zeit jede Minute umdrehen.


Ich habe noch nie Teig in Fett ausgebacken, das eröffnet mir gerade eine Menge neuer Horizonte für Schmalzgebäck und dergleichen. Deswegen ist das eine schöne Fingerübung. Ab jetzt werde ich mich dann mal an Langos, Berlinern, Krapfen und was es sonst noch so gibt wagen. Bislang habe ich darum immer einen großen Bogen gemacht. 


Je nachdem wie groß die Teigstücke sind, passen ein bis zwei Pizzen in den Wok


Nach vier Minuten kommt die Pizza fritta aus dem Fett


Tomatensoße auf die Pizza streichen.


Nun noch von den warmen Tomaten auf die Pizza geben. 



Nur dünn auflegen. 


Dünn geschnittenen Mozzarella über die Tomaten legen. 


Noch ein bisschen Grünkraut über die Pizza streuen


Der Mozzarella zerläuft noch ein bisschen durch die Hitze


Ich schneide die Pizza fritta Margherita einfach mal an, damit ich Euch berichten kann. 


Sehr geil! Schmeckt so richtig heiß, ölig und fettig. Lecker mit den Tomaten und dem Mozzarella, knuspriger Teig. Der Teig ist nicht voll Öl gesogen, sondern man kann gut erkennen, dass nur die Oberfläche im Öl war. Darunter geht der Teig schon auf und fühlt sich an, wie gebacken. Wenn man keinen Ofen hat, oder wenn man mal etwas anderes servieren möchte, dann ist das ganz weit vorne. Meine Frau sagt, dass das ganz groß wäre, sie aber weiterhin Ofenpizza bevorzugen würde. Die läuft aber auch in einer anderen Liga und wir gehen jetzt ja gerade davon aus, dass man keinen Ofen zur Verfügung hat, z.B. Studentenbude, Camping, Wohnung mit mieser Ausstattung


Der Pizzateig reicht für 8 bis 10 Pizzen in der abgebildeten Größe. Gönnt Euch!


Das ist so toll an der italienischen Küche, dass man da auch noch gut zu essen bekommt, wenn man nix auf Tasche hat. Ich wünsche viel Spaß beim Nachbacken und einen guten Appetit.