Dienstag, 23. Mai 2017

Spargel ungarisch aus dem Ofen

Stelle Dir vor, Deine Frau lädt zum Spargelessen ein und Du machst den falschen Spargel. Läuft bei mir. Meine Frau war mit einer Freundin beim Italiener und sagt zu der, nein bestelle hier nicht den Spargel, das kann Jörg besser.


Zutaten:


1 Kilo Spargel

300 Gramm saure Sahne
Paniermehl
Salz
Pfeffer
Zucker 
Paprikapulver
Butter
1/2 Limette oder Zitrone

 Ich bekomme natürlich nur Spargelessen mit und schaue, was ich Euch noch nie gezeigt habe und der ungarische Spargel aus Margarete Kalles Kochbuch "ich koche für Dich" schaut mich schon länger zum Interpretieren an. Total lecker, wenn die Mutti nicht etwas ganz Anderes hätte haben wollen. Natürlich sagt sie das erst, wenn alles in der Form ist. 



1 Kilo Spargel schälen



Die holzigen Enden entfernen


Aus den Spargelsschalen und Abschnitten koche ich eine Spargelsuppe.


Das Leinentuch hat seine besten Zeiten deutlich hinter sich, aber das ist handgewebt aus der Aussteuer meiner Urgroßmutter und die hat 1903 geheiratet. Ich packe den Spargel bis zur Zubereitung in das Leinentuch gewickelt in den Kühlschrank, damit der nach dem Schälen nicht wieder holzig wird. Wenn man den sofort verarbeitet, muss man das natürlich nicht machen, aber da ich erstmal die Spargelsuppe gemacht habe und den Spargel erst danach zubereitet habe, mache ich alles für ein optimales Ergebnis.  


Butter in der Pfanne erhitzen, Ihr könnt den Spargel auch in 12 Minuten kochen, aber ich finde das mittlerweile ziemlich langweilig und brate den Spargel lieber al dente an, wenn der hinterher noch in den Ofen kommt. Da reichen 8 Minuten in der Pfanne. 



Spargel bei mittlerer Hitze in der Pfanne anbraten


Den Saft einer halben Limette oder Zitrone über dem Spargel auspressen


Mit Salz, Pfeffer und Zucker würzen.



Eine Ofenform ausbuttern


Nach acht Minuten ist der Spargel bissfest, aber nicht mehr roh.


300 Gramm Saure Sahne verrühren. 


Paniermehl mit Butter in einer Pfanne anrösten.


Keinen Schreck bekommen, das ist nur eine 18 cm Pfanne.


Wenn das Paniermehl ein wenig gebräunt ist, ist es gut zur Weiterverarbeitung


Den Boden der Ofenform mit saurer Sahne bestreichen, darüber eine Schicht Paniermehl geben.


Darauf kommt eine Lage Spargel


Spargel mit saurer Sahne bestreichen


Darauf kommt wieder Paniermehl


Die finale Etage Spargel


Der wird auch wieder mit saurer Sahne und Paniermehl verkleidet und als Krönung, wird es jetzt ungarisch und es kommt ein Teelöffel Paprikapulver als Abschluss auf die letzte Schicht Paniermehl. Ob Ihr Rosenpaprika, oder scharfe Paprika nehmt, bleibt Euch selbst überlassen. 


Den Ofen vorheizen auf 200 Grad und die Ofenform für 30 Minuten in den Ofen stellen. Ich habe aber nur Unterhitze im Gasofen. Höchstwahrscheinlich seid Ihr schon nach 25 Minuten durch das Ziel, also prüft ruhig schon ein wenig früher.


Dann ist die saure Sahne gestockt und der Spargel ist durch.


Mit einem Esslöffel und einer Gabel zum Gegenhalten, lässt sich der Spargel gut aus der Form heben. 


Für Spargel ist das ein ziemlich außergewöhnliches Farbenspiel, aber die Kombination ist sehr lecker.  Der Spargel schmeckt so salzig, süß und/oder scharf, wie Ihr den in der Pfanne gewürzt habt. Die saure Sahne ist ungewürzt, bekommt aber genug Geschmack durch die anderen Komponenten. Zumindest für mich ist das eine ungewöhnliche Zubereitung, aber sehr lecker. 


Meine Frau hat sich dann noch mal konkretisiert und gesagt, dass sie Spargel in Olivenöl gebraten, mit Limette und Parmesan versprochen hätte. Das habe ich dann natürlich auch noch vorbereitet und zum Hauptgericht ebenfalls auf den Tisch gebracht. War aber auch wieder nicht richtig, weil der in der Pfanne gebraten und nicht im Ofen überbacken sondern nur mit gehobeltem Parmesan bedeckt war. Vorher sagen geht aber nicht. Das muss man wissen, auch wenn man gar nicht beim Italiener dabei war, sondern mit den Kindern in Bremen. Ich schließe mal eben den Kreis und erzähle am Rande, dass die Freundin Anne vom Jugendamt war. Das wollte uns ja sowieso schon mal so ne Rotzgöre auf den Hals schicken, weil meine Kinder immer so scharfes Essen bei uns bekommen (können, wenn sie wollen). Das ist seitdem immer der Running Gag, dass bei uns das Jugendamt zu Besuch ist. 


Öfter mal eine neue Spargelidee, auch wenn die schon 50 Jahre alt ist. Kann man auf jeden Fall machen.


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit. 


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