Montag, 17. Juli 2017

Fajitafladen mit Maismehl - Wecke den Mexikaner in Dir

Ich war letzten Freitag in so einem etwas angejährten Tex-Mex Restaurant, bei dem man sich spontan wie auf einer Zeitreise in die neunziger Jahre fühlte. Diese typische New York Bar mit dunklem Holz und Rotklinkerwänden wie bei Cheers in der Sitcom. Die Speisekarte war höchstwahrscheinlich seit 25 auch immer gleich. Bis auf das Fleisch und die Salatzutaten kommt da alles aus der Kühltruhe, aus der Packung, oder aus dem Glas. Die Art von Restaurant kann man eigentlich nur mögen, wenn man selbst keine Ahnung vom Kochen hat, weil man sich sonst ganz schnell fragt, ob man dafür überhaupt Koch sein muss, um die ganzen Fertigkomponenten warm zu machen und auf einem Teller zu stapeln.    



Zutaten:

200 Gramm Maismehl
300 Gramm Weizenmehl
250 Milliliter warmes Wasser
90 Milliliter Pflanzenöl
1 Teelöffel Salz
Mehl zum Arbeiten

Da ich eigentlich sehr gerne Texmexküche mag, wenn sie gut gemacht ist, verleidet mir dieser Umstand, dass die ganzen Teigfladen immer industriell gefertigt werden, ziemlich den Appetit, weil ich finde dass dadurch immer das Preis-Leistungsverhältnis zerstört wird, wenn so eine Basiszutat nicht dort hergestellt wird, wo sie auf den Tisch kommt. Für mich war das Ansporn genug, um es am nächsten Tag noch einmal zuhause mit frischen Zutaten zu probieren. Diesen Teig kann man für Fajitas verwenden, oder auch für Burritos. Ich habe einen Anteil Maismehl genommen, aber eben nur 200 Gramm auf die gesamte Mehlmenge (500 Gramm), weil die Teigfladen sonst noch leichter reißen, wenn man sie aufrollt. Wofür man die Teigfladen benutzt, bestimmt man über die Größe der Teigfladen. Für Burritos nehme ich eine 28 cm Pfanne, für Fajitas eine 18 cm Pfanne.


200 Gramm Maismehl


300 Gramm Weizenmehl


250 Milliliter warmes Wasser


Einen Teelöffel Salz


90 Milliliter Pflanzenöl 


Mit einem Esslöffel verrühren so weit es geht, 


Den Rest mit der Hand verkneten


Wenn der Teig an den Händen klebt, noch ein wenig Mehl nachgeben. 


Durch das Maismehl ist der Teig deutlich gelber, als wenn man reines Weizenmehl verwenden würde. 


Zum Ausrollen der Teigfladen eine Arbeitsfläche bemehlen. 


Teig auf das Brett legen, im Mehl wenden und danach mit dem Nudelholz ausrollen.


Das ist ein Teigfladen für eine 18 cm Pfanne.


Die 18 cm Pfanne habe ich ohne Fett auf dem Herd stehen und erhitze sie.


Teigfladen in die Pfanne legen.


Wenn sich der Teig so wellt, schnell umdrehen.


Die Teigfladen lassen sich am besten Einrollen, wenn sie noch warm sind, sonst neigen sie dazu zu brechen. Wenn Ihr die vorher produzieren wollt, dürft Ihr die nicht zu sehr durchbacken, so wie ich das auf dem Foto mache. Dann bekommt Ihr die hinterher nicht mehr weich. Diese Fladen, wie auf dem Foto muss man gleich frisch aus der Pfanne verwenden. Ihr könnt die Teigfladen aber auch weniger stark ausbacken und dann vor dem Servieren mit Wasser anfeuchten und noch mal für eine Minute in die Pfanne, oder in den Ofen legen. Dann lassen sie sich wieder aufrollen. Das nur als Tipp. Deswegen bekommt man im Restaurant die Fajitafladen aus der Fabrik auch immer angewärmt und abgedeckt, damit sie nicht zu weit auskühlen und noch formbar sind.  


Was man zum Füllen verwenden kann und wie man die Füllung mariniert und brät, zeige ich Euch dann morgen. 


Hier seht Ihr jedenfalls, dass es kein Hexenwerk ist und wie einfach es ist, wenn man den Teig in ein paar Minuten selbst gemacht hat. Ich finde das immer wichtig zu wissen, um sein Essen auf dem Teller einschätzen zu können. Meistens wird ja die Zeitersparnis angeführt, wenn man auswärts irgendwo so ne Tütenpampe untergejubelt bekommt. Bleibt die Frage, warum man überhaupt noch irgendwo essen gehen soll, wenn die sich für Geld weniger Mühe geben, als man das selbst zuhause macht? Am Material scheitert es jedenfalls nicht, wenn man sich ausrechnet, was Mehl, Wasser, Öl und Salz kosten, statt die Fertigdinger aus der Packung zu nehmen. 


Morgen zeige Ich Euch noch, wie man verschiedene Füllungen bereitet und auf einen perfekten Garpunkt kommt. Natürlich auch nur mit selbst gemachten Marinaden, ohne den ganzen komischen Breitband süßsauren Nachgeschmack, den der ganze Dippsoßenmüll aus dem Glas hat. 


Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit. 

Kommentare:

  1. Hallo, erlaube mir wieder mal zu klug scheissern ;-) Der Teig kann, soll ruhig einige Zeit rasten am besten in Klarsichtfolie gewickelt. Nach dem ausbacken gleich in ein feuchtes Geschirrtuck wickeln, eine nach der anderen produzieren und dann lassen die sich ganz "soft" aufrollen, ohne zu reißen. Lg

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    1. wohl dem, der schlaue leser hat

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    2. Um schlauer Leser zu sein ;-) muß sich jemand finden schlau zu schreiben! Und deine Beiträge lese ich stets mit voller Freude und Hochachtung deiner kochtechnischen, schriftstellerischen und fotografischen Fähigkeiten. Bin ein wirklicher Fan deiner Seiten.

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    3. vielen dank! ich freue mich auch immer sehr über deine wohltemperierten anmerkungen. die meisten sachen, die ich hier zeige, mache ich dann auch gerade zum ersten mal. da gibt es dann meistens noch einen nachlauf und verbesserungen, wenn ich das erneut zubereite. da lasse ich euch dann aber auch nicht dumm sterben.

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  2. Super Rezept, muss ich unbedingt mal ausprobieren! Ich hab auch ein Rezept dafür gehabt, war aber nicht so gut! Die Füllung allerdings schon, eine Salsa aus Tomaten, Frühlingszwiebeln und Minze, mit Zitronensaft und etwas Öl und Salz, Pfeffer mariniert, darunter eine Kichererbsencreme, da weiß ich aber nicht mehr genau wie das Rezept geht! Schmeckt aber super!

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    1. die teigfladen sind total o.k und eine weiterentwicklung meines normalen rezeptes, die durch das maismehl mexikanischer rüber kommt. kann ich dir nur empfehlen

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