Montag, 10. Juli 2017

Pfannenpizza Margherita - ohne Backofen

Pizza braucht frische Hefe und wird im Ofen gebacken. Zwei Wahrheiten gelassen ausgesprochen und so viel zur Theorie. Tatsächlich hat diese Pizza kein Gramm Hefe gesehen und ist in meiner Edition 8 Pfanne auf dem Herd entstanden. Noch schlimmer, sie ist saulecker!



Die Idee eine Pizza in der Pfanne zu machen, hat mich schon ganz lange gereizt, aber mir war nicht klar, wie ich das mit meinem angestammten Hefeteig machen sollte. Deswegen habe ich mich erst einmal an das gehalten, von dem ich weiß dass der Teig funktioniert, nämlich eine Abwandlung meines Teiges für Tortillafladen.

Zutaten:

Teig:

500 Gramm Mehl
250 Milliliter warmes Wasser
90 Milliliter Olivenöl
1 Teelöffel Salz
Mehl zum Arbeiten

Pizzasoße:

Ofentomaten (anklicken)
1 Schuss Olivenöl
Salz 
Pfeffer
Zucker
Oregano
2 Knoblauchzehen

250 Gramm Käse 
Basilikum frisch

Ihr könnt natürlich auch meine ganz einfache Pizzasoße (anklicken) rühren, wenn Ihr keine Zeit, oder keine Lust zu warten habt. Ich hatte aber gerade ein paar Tomaten übrig und sowieso noch Zeit zu überbrücken, weil ich von der Arbeit nach Hause gekommen bin und die Kinder am Essen waren und dann noch bettfein gemacht und anderweitig bespaßt werden möchten, bevor die Eltern dann man mit Essen dran sind. Deswegen war es egal, ob die Tomaten noch eine Stunde, oder 90 Minuten im Ofen Geschmack bekommen und die Basis für eine viel bessere Pizzasoße bilden können. Der Teig muss auch eine halbe Stunde ruhen, bevor man den nach dem Rühren verarbeiten kann. 



500 Gramm Mehl


250 Milliliter warmes Wasser.



90 Milliliter Olivenlöl


1 Teelöffel Salz


Den Teig mit dem Esslöffel rühren, bis es nicht mehr weiter geht, den Rest mit der Hand kneten und eine Kugel formen. 


Den Teig abgedeckt mindestens eine halbe Stunde ruhen lassen. 


Hier kommen die Ofentomaten aus dem Ofen. Ich wusste vorher nicht so genau, welche Menge ich brauche, es waren am Ende vier für die Pizzasoße.


Tomaten in den Mixbecher geben. 


2 Knoblauchzehen ebenfalls zu den Tomaten geben. 


Die Tomaten und den Knoblauch mit dem Pürierstab zerkleinern. 


Das geht ganz schnell und sieht dann so aus. 


Einen Schuss Olivenöl dazu geben. 


Salz, Pfeffer, Zucker Oregano



Fertig ist die Pizzasoße. Wie gesagt, wer keine Zeit und Lust auf die Ofentomaten hat, kann auch Tomatenmark verwenden, aber bekommt eben auch nicht den letzten Funken Raffinesse, den man nur vermisst, wenn man ihn kennt..


Den Teig zu einer Rolle formen und in Teigstücke schneiden. 


Wer ein gutes Auge hat, kann die auch gleichgroß machen.


Ein Brett bemehlen und ein Teigstück darauf auslegen. 


Das Teigstück im Mehl wenden, damit es beim Ausrollen nicht am Brett festklebt. 



Den Teig mit dem Nudelholz ausrollen. Die Pfanne hat 28 cm Durchmesser und so sollte auch der Teig ausgerollt sein. 


Käse reiben. Idealerweise hätte ich für die Pizza Mozzarella genommen, aber da ich den Einfall sehr spontan hatte, musste ich nehmen, was ich im Kühlschrank hatte. Da war Emmentaler, aber es geht immer Euer Lieblingskäse, den Ihr sonst auch auf Pizza mögt. 


Die Pfanne auf dem Herd ohne Fett erhitzen. Größte Platte, volle Pulle. Ich rede von Gas, nicht von Induktion.



Den ausgerollten Teig in die Pfanne legen


So lange warten, bis der Teig solche Blasen wirft. Das sollte ca 2 Minuten dauern. Herd läuft immer noch volle Pulle.


Dann den Teig schnell aus der Pfanne holen und die Seite, die schon auf dem Pfannenboden war mit der Tomatensoße bestreichen. 


Die Soße einfach nur mit dem Esslöffel auf dem Teig verteilen und mit dem Löffelrücken verstreichen. 


Mit geriebenem Käse bestreuen. Wer keine Margherita möchte, sondern zum Beispiel eine Salamipizza, kann das an dieser Stelle auch als Belag wählen. Das sollte aber alles sehr dünn geschnitten sein, weil wir hier nur sehr kurze Garzeiten haben. 


Die Pizza wieder in die Pfanne legen und ganz wichtig, den Deckel auf die Pfanne legen, weil sich die Wärme sammeln muss, damit der Käse schnell schmilzt.


Hier mit Deckel auf der Pfanne. Bei mir läuft der Herd immer noch unter Vollgas.


Ihr könnt weiter zuschauen, wie der Käse schmilzt und wie sich der Pizzaboden wieder wölbt, dann wisst Ihr, dass die Pizza dünn und knusprig ist. Das mag auch wieder 2 Minuten dauern, vielleicht auch drei, weil Ihr jetzt mehr Belag habt, als bei der ersten Seite der Pfannenpizza.


Die Pizza ist jetzt fertig in der Pfanne gebacken.


Schnell noch ein wenig Basilikum drauf legen.


Pizza vorschneiden



Das ist eine total gesellige Pizza und die macht am Tisch mit vielen Leuten auch Spaß. Wenn eine fertig ist, kann man die nächste gleich in die Pfanne werfen, oder auch mit mehreren Pfannen gleichzeitig arbeiten.


Jetzt kommt die Nagelprobe, wie kritische Ehefrauen auf Pizzen ohne Pizza reagieren.


Ich musst gleich die nächste backen


Und danach die nächste... und die nächste.., bis der Teig verbraucht war.


Das ist echt ein Oberknaller. Saulecker, richtig knusprig, über die Soße mit den Ofentomaten gibt es keine zwei Meinungen.


Keine Ahnung, warum man Pizza so machen soll? Weil man eine Hefeallergie hat, weil man keinen Ofen hat, weil man es kann! Da fehlt jetzt sogar Campern mit Gaskocher die doofe Ausrede, wieso sie sich Dosensuppen heiß machen. Außerdem schmeckt das so toll, dass man es einfach mal gemacht haben sollte, um hinterher zu behaupten, dass das keine Pizza ist. Ich bin mir nicht sicher, ob das sowas frevelhaftes ist, wie Carbonara mit Sahne in der Soße, aber so'ne Pizza ist nicht halb so asozial, ich schwör!


Ich habe schon ca 2132148714 Pizzen gegessen, die deutlich schlechter waren, weil sie so dick wie gebackener Bierteig waren, oder lappig wie eine Wolldecke, also gebt dieser Antipizza ruhig mal eine Chance, von führenden Ehefrauen empfohlen.


Ich wünsche viel Spaß beim Nachbacken und einen guten Appetit. 


Kommentare:

  1. Sehr gut das Rezept da ich meistens keine Hefe da habe (bzw die mangels Ideen dann schlecht geworden ist)

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    1. das hat auf jeden fall eine daseinsberechtigung, auch ohne hefe. kann ich sehr empfehlen

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  2. Das probiere ich auf jeden Fall mal aus und zwar wirklich demnächst beim Camping. Ich bin backverrückt und hatte mich sowieso schon gefragt, wie ich das aushalten soll ohne Backofen im Zelt ;-)

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    1. du wirst begeistert sein, wie gut das funktioniert. ich habe mich damit auch selbst überrascht

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  3. Sieht sehr lecker aus, das probiere ich demnächst auch mal aus. Aber übrigens funktioniert sogar Hefeteig in der Pfanne, habe ich auch schon gemacht. ;)

    Liebe Grüße
    Lilo

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    1. sehr schön frau doktor. wir dick nimmst du den teig, wie lange dauert das?

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  4. Puh, ist das schon wieder ne Woche her? Ich komm zu nix. Schul-endestress und so... kommt Dir grad sicher bekannt vor. ;).

    Also ich hab so kleinere Rundlinge gemacht, weil ich das leichter aus der Pfanne rausbekomme, auf meinen Schieber (ich hatte Angst, dass mir ne große Pizza irgendwie zerreißt, oder was auch immer). Und dazu denn Teig so ungefähr 1 cm dick, eher vielleicht sogar etwas dünner. In so eine Pfanne, wie Du sie hier zeigst, habe ich 3 kleine Pizzen gelegt. Die Kinder fanden das super, da konnte ständig jeder aussuchen, was er drauf wollte. Gebacken war die schnell. 2 Minuten auf einer Seite, dann gewendet, belegt, kurz Deckel drauf, damit der Käse schön schmilzt und fertig. Eigentlich fast genauso, wie Deine hier.
    Sehr hoch geht das dann nicht auf. Muss ja aber auch nicht. War trotzdem in der Mitte eher fluffig. Das mögen meine Kinder so lieber, als so ganz knusprig. Ich mags ja gerne knusprig. Ich muss unbedingt die Variante hier mal probieren.

    Zur Zeit koche ich gar nichts, die Bande will nichts warmes essen. Wassermelone und Salat sind hier so hoch im Kurs, wie selten. Kein Wunder, bei 35 Grad.

    Liebe Grüße

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